Verlag Brüder Hollinek

Fachzeitschrift für Aus- und Fortbildung in Kindergärten, Schulen und Vereinen

Heft 5 / 2017

Migration und Integration durch Bewegung und Sport

32 Seiten

erschienen im Dezember 2017

Schriftleitung: Andrea Paletta
Preis:
Brutto-Verkaufspreis: 7,90 €
MwSt.-Betrag: 0,72 €
Beschreibung

Editorial

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R. Moratschek & P. Gieß-Stüber

Kick in neue Räume - Mehr als Fußball

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M. Neubauer

Sport als Medium zur Integration von Migrantinnen und Migranten - Eine regionale qualitative Studie aus der Steiermark

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A. Paletta, G. Payer & P. Treffer

Sport als Motor zur Entwicklung interkultureller Kompetenz - Ein Projekt mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen

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T. Höger

Homeless World Cup

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A. Puggl

Bewegung als entwicklungsfördernde und integrative Maßnahme

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Impressum 

 

Seit 2015 beherrscht ein Thema immer dringlicher gesellschaftspolitische Debatten Österreichs: die Flüchtlingsproblematik. Ein Teil der Bevölkerung sieht die sich durch Migration entwickelnde Globalisierung als positive Heruasforderung, ein anderer Teil dagegen als massive Bedrohung. Der eine beleuchtet das Elend der Flüchtlinge, der andere die Angst der österreichischen Bevölkerung. Gutmenschen hadern mit Unmenschen und umgekehrt, Helferlein und Rassisten beschuldigen sich gegenseitig fehlgeleiteter Ideologien. Einerseits wird vor enttäuschten Jugendlichen gewarnt, die aus Mangel an Unterstützung und Integrationsangeboten sich radikalisieren, andere wiederum wähnen sich durch eine Flut an nicht kontrollierbaren Massen bedroht.

Dieses Schwerpunktheft will jedoch nicht ideologisch, sondern pragmatisch Realitäten im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik betrachten und fragen, was im Bildungsbereich bereits getan wir, bzw. was noch zu leisten ist, welche Möglichkeiten zur interkulturellen Interaktion bestehen, vor allem will es aber Anregungen zur alltäglichen Unterstützung und Integration der Flüchtlinge durch Bewegung und Sport vermitteln. Das Spektrum soll ebenso Vereine wie auch Bildungsinstitutionen umfassen und zwar von der Elementarpädagogik bis zur Universität. Zugleich soll dem Defizit, dass es zwar einige sportliche Initiativen für Flüchtlinge, aber nur wenige empirische Untersuchungen darüber gibt, entgegengearbeitet werden.

Der erste Artikel von Petra Gieß-Stübner und Rebecca Moratschek befasst sich mit dem Thema Sportpartizipation von Flüchtlingen in Sportvereinen und schildert ein Flüchtlingsprojekt, das in Freiburg unter der Mitarbeit von Studierenden entwickelt wurde. Auf der Grundlage von Interviewstudien wird rekonstruiert, ob und wie Partizipationskompetenzen durch Bewegung, Spiel und Sport angeregt werden. Ebenfalls ein Kooperationsprojekt zwischen Studierenden und Flüchtlingen beschreiben Andrea Paletta, Gerald Payer und Patrick Treffer, das darauf abzielt, mittels Sport minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen und auch Sportstudierenden eine Plattform für interkulturelles Lernen zu ermöglichen. Im Verlauf dieses Prozesses wird erhoben, ob und inwiefern sich bei Studierenden die Einschätzung der Flüchtlinge bezüglich sportlicher, sozialer und kulturinduzierter Eigenschaften modifiziert. Markus Neubauer wiederum untersucht  - ebenfalls in Interviewstudien - welche Anlaufstellen für Flüchtlinge im Raum Steiermark bereitgestellt werden, welche Ressourcen vorhanden und welche noch notwendig wären, sowie welche Rolle dabei Sport zukommt (Angebote, Trainerausbildungen, finanzielle Ausstattung etc.). Anja Puggl offeriert innovative, kreative Spielangebote für die Elementarpädagogik, die schon den Kleinsten durch die Anregung des "Spielinstinkts" und des Teamgedanken interkulturell gemeinsame, kooperative Erfahrungen ermöglichen. Thomas Jäger schildert Bedingungen und Erfolge eines mittlerweile internationalen inklusiven Projekts, des Homeless Wolrd Cup, bei dem Strassenfußball-Turniere Personen am Rande der Gesellschaft , wie zB Flüchtlingen, Obdachlosen oder alkoholkranken Menschen, eine Plattform für den Weg zurück in die Normalität bieten.

 Das Redaktionsteam hofft, dass der eine oder andere Artikel zu einer verstärkten Entwicklung der interkulturellen Kompetenz bei der Kindern und Jugendlichen anregen kann und wünscht in diesem Sinn ein gelingendes und bereicherndes Miteinander sowie frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.